„Er hat die gesamte Nationalmannschaft ruiniert!“ – Mit diesen angeblich harten Worten soll Joshua Kimmich nach Deutschlands 0:1-Niederlage gegen Griechenland reagiert haben. Die Partie am 27. September 2026 endete mit Dimitrios Kourbelis’ abgefälschtem Treffer in der 74. Minute und bescherte Jürgen Klopp seine erste Niederlage als Bundestrainer.
Rund um die Mannschaft machten anschließend Gerüchte über eine besonders angespannte Stimmung die Runde. Behauptungen, Kimmich habe einen bestimmten Mitspieler für die Niederlage verantwortlich gemacht und erklärt, er werde nicht mehr für Deutschland spielen, solange dieser Spieler nominiert werde, sind allerdings bislang nicht durch offizielle Quellen bestätigt. Auch ein angeblicher heftiger Streit zwischen Kimmich und diesem Mitspieler wurde nicht vom DFB bestätigt.
Tatsächlich äußerte sich Kimmich nach der Partie deutlich selbstkritischer. Berichten zufolge sprach der Kapitän über eine enttäuschende Leistung der gesamten Mannschaft und betonte, dass Deutschland offensiv zu statisch gewesen sei. Zudem wurde Kimmich beim entscheidenden Gegentor selbst unglücklich getroffen beziehungsweise war an einer entscheidenden Szene beteiligt.
Gerade deshalb wäre ein öffentlicher oder interner Schuldvorwurf gegen einen einzelnen Mitspieler eine bemerkenswerte Entwicklung. Die offizielle Analyse des DFB zeichnete ein anderes Bild: Klopp übernahm Verantwortung für seine personellen Entscheidungen und erklärte, dass Deutschland gegen einen tief stehenden Gegner nicht die notwendigen Abläufe entwickelt habe. Gleichzeitig bezeichnete er die Niederlage als etwas, das nicht zur Gewohnheit werden dürfe.
Klopp soll innerhalb der Mannschaft vor allem darauf bedacht sein, die Enttäuschung in konstruktive Arbeit umzuwandeln. Seine ersten beiden Spiele brachten ein 1:1 gegen die Niederlande und anschließend die 0:1-Niederlage gegen Griechenland. Deutschland steht damit nach zwei Partien bei einem Punkt, während Griechenland sechs Zähler gesammelt hat.
Die Situation wird zusätzlich dadurch interessant, dass Klopp bereits vor Beginn der Nations-League-Spiele angekündigt hatte, mit zwei unterschiedlichen Kadern zu arbeiten. Insgesamt nominierte er 44 Spieler für vier Partien, wobei für die Begegnungen gegen Serbien und Griechenland weitere Akteure zum Team stoßen sollen. Kimmich gehört zum ersten Aufgebot und war gegen Griechenland Kapitän.
Sollten die kursierenden Behauptungen über einen persönlichen Konflikt tatsächlich zutreffen, könnte dies die ohnehin schwierige Übergangsphase unter Klopp zusätzlich belasten. Doch momentan gibt es keinen belastbaren Beleg dafür, dass Kimmich seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft angekündigt oder einen bestimmten Mitspieler für die Niederlage verantwortlich gemacht hat.
Fest steht dagegen: Deutschland muss schnell Antworten finden. Gegen Griechenland hatte die Mannschaft viel Ballbesitz, konnte daraus aber nur wenige gefährliche Situationen entwickeln. Klopp selbst erklärte, dass es gegen einen tief stehenden Gegner feste Abläufe brauche, die sich nach so kurzer gemeinsamer Zeit noch nicht vollständig entwickeln konnten.
Damit steht nicht ein angeblicher Streit, sondern vor allem die sportliche Entwicklung im Mittelpunkt. Die kommenden Spiele gegen Serbien und erneut Griechenland werden zeigen, wie Klopp auf die Niederlage reagiert und welche Spieler langfristig Teil seines Plans sein sollen.