Jürgen Klopp hat seinen ersten Kader als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft bekanntgegeben – und bereits die Zusammensetzung sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Für die ersten vier Nations-League-Partien nominierte Klopp insgesamt 44 Spieler, die auf zwei Kadergruppen verteilt werden.
Der ungewöhnliche Plan des neuen Bundestrainers sieht vor, dass Deutschland zunächst gegen die Niederlande und Griechenland antritt. Anschließend kommen gegen Serbien und erneut Griechenland weitere Spieler zum Einsatz. Klopp möchte dadurch möglichst viele Akteure beobachten und gleichzeitig die Belastung der Nationalspieler reduzieren.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielten die zahlreichen neuen Namen. Mit Hennes Behrens, Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt, Bambasé Conté, Felix Keidel, Mika Baur, Derry Scherhant und weiteren Spielern wurden mehrere Akteure erstmals für die A-Nationalmannschaft berücksichtigt.
Auch einige etablierte Stars sind weiterhin dabei. Joshua Kimmich gehört zum Aufgebot und bleibt Kapitän. Jamal Musiala, Nico Schlotterbeck, Serge Gnabry, Kai Havertz und Jonathan Tah stehen ebenfalls im ersten Kader. Marc-André ter Stegen kehrte nach einer Pause in die Nationalmannschaft zurück und wurde von Klopp zunächst als Nummer eins eingeplant.
Gleichzeitig fehlen mehrere bekannte Namen. Manuel Neuer und Antonio Rüdiger haben ihre Nationalmannschaftskarrieren beendet. Weitere Spieler wie Leon Goretzka, Angelo Stiller und Assan Ouédraogo standen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Auch Leroy Sané, Deniz Undav und Oliver Baumann wurden zunächst nicht berücksichtigt.
Für zusätzliche Überraschung sorgte die Entscheidung, Karim Adeyemi in den ersten Kader zu verschieben. Der Angreifer rückte für Lennart Karl in die Gruppe für die ersten beiden Spiele, während Karl anschließend für die Partien gegen Serbien und Griechenland vorgesehen ist. Der DFB begründete den Tausch mit der Belastungssteuerung.
Klopp betonte zudem, dass seine beiden Gruppen nicht als A- und B-Mannschaft verstanden werden sollen. Vielmehr will der neue Bundestrainer verschiedene Kombinationen testen und möglichst viele Erkenntnisse für den weiteren Neuaufbau der Nationalmannschaft sammeln.
Der erste große Test folgte gegen die Niederlande in Amsterdam. Dabei setzte Klopp unter anderem auf ter Stegen, Kimmich, Musiala, Havertz und Schlotterbeck. Philipp Treu feierte gleichzeitig sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft.
Damit hat Klopp gleich zu Beginn seiner Amtszeit ein deutliches Zeichen gesetzt: Er möchte den gesamten Kader beobachten und jungen Spielern Chancen geben. Die kommenden Nations-League-Spiele werden zeigen, welche Akteure sich dauerhaft in seinen Plänen festspielen können.
Die deutsche Fußballwelt blickt deshalb gespannt auf Klopps neue Ära – denn der Bundestrainer hat bereits mit seiner ersten Kaderentscheidung für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.
