München – Was für ein dramatischer Abend für den FC Bayern München! Nach einer spektakulären Aufholjagd gegen Viking Stavanger mussten sich die Münchner in der Champions League mit einem 3:3 zufriedengeben. Doch nicht nur das Ergebnis sorgte für Gesprächsstoff. Besonders der Platzverweis gegen Michael Olise und die umstrittenen Szenen mit Viking-Kapitän Zlatko Tripić lösten heftige Diskussionen aus.
Dabei hatte Bayern die Partie nach einem 0:2-Rückstand zwischenzeitlich komplett gedreht. Harry Kane traf zweimal, ehe Luis Díaz in der 71. Minute die Münchner mit 3:2 in Führung brachte. Der Auswärtssieg schien plötzlich zum Greifen nah.
Dann folgte die entscheidende Wendung.
Olise sah zunächst die Gelbe Karte und wurde kurz darauf nach einer weiteren Unsportlichkeit mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Der Franzose hatte den Ball in Richtung des Gesichts von Tripić geworfen. Bayern musste die Schlussphase in Unterzahl bestreiten – und kassierte in der 90. Minute durch Herman Haugen den Ausgleich.
Provokationen und Frust: Bayern lässt sich aus der Ruhe bringen
Nach dem Schlusspfiff rückte vor allem das Duell zwischen Olise und Tripić in den Mittelpunkt. Der Viking-Kapitän machte später deutlich, dass er seinen Gegenspieler gezielt aus dem Konzept bringen wollte. Auch Bayerns Sportvorstand Max Eberl kritisierte Tripićs Verhalten scharf, räumte jedoch ein, dass sich die Münchner provozieren ließen.
Trainer Vincent Kompany fand ebenfalls deutliche Worte für Olises Platzverweis. Der Bayern-Coach machte klar, dass sein Spieler in dieser Situation cleverer hätte handeln müssen. Auch Harry Kane betonte, dass die Rote Karte das Spiel verändert habe und Olise aus seinem Fehler lernen müsse.
Schiedsrichter im Fokus
Auch die Leistung des bulgarischen Schiedsrichters Georgi Kabakov wurde nach der Begegnung diskutiert. Einige Beobachter stellten Fragen zu einzelnen Entscheidungen. Ein Beleg dafür, dass die Partie manipuliert worden wäre oder die UEFA deshalb eine außerordentliche Dringlichkeitssitzung einberufen hätte, liegt jedoch nicht vor.
Ebenso gibt es bislang keine verlässliche Bestätigung für die Behauptung, Olise habe auf einer Pressekonferenz eine scharfe Erklärung gegen Viking oder den Schiedsrichter abgegeben.
Bayern muss die richtigen Lehren ziehen
Für den deutschen Rekordmeister ist das 3:3 mehr als ein verlorener Vorsprung. Die Mannschaft muss sich fragen, warum sie sich nach der erfolgreichen Aufholjagd noch aus der Ruhe bringen ließ. Olises Platzverweis wurde zum Wendepunkt einer Partie, die Bayern eigentlich schon auf seine Seite gezogen hatte.
Die Diskussionen dürften deshalb weitergehen. Fest steht jedoch: Der Frust über das späte Remis ist groß, und die Münchner müssen sich auf dem Platz eine Antwort erarbeiten. Aus dem emotionalen Abend in Stavanger wird vor allem eine wichtige Lektion: In der Champions League können wenige Sekunden über Sieg oder Punktverlust entscheiden.