„LIEBER ALLE BAYERN-SPIELER AUS DER NATIONALMANNSCHAFT VERBANNEN!“ – JÜRGEN KLOPP SORGT MIT KNALLHARTER AUSSAGE FÜR AUFSEHEN, KOMPANY REAGIERT
Die neue Ära der deutschen Nationalmannschaft unter Jürgen Klopp sorgt bereits vor dem ersten Nations-League-Spiel für reichlich Gesprächsstoff. Besonders das Verhältnis zwischen dem neuen Bundestrainer und dem FC Bayern München steht dabei im Mittelpunkt. Eine angeblich zugespitzte Aussage, wonach Klopp am liebsten alle Bayern-Spieler aus der Nationalmannschaft verbannen würde, sorgt in den sozialen Netzwerken für Aufsehen. Eine solche Aussage ist allerdings nicht durch die offiziellen DFB- oder Bayern-Quellen belegt. Tatsächlich sprechen die aktuellen Kaderentscheidungen sogar für das Gegenteil.
Klopp hat bei seiner ersten Kadernominierung insgesamt 44 Spieler für die kommenden vier Nations-League-Partien ausgewählt. Darunter befinden sich gleich neun Spieler des FC Bayern: Jonas Urbig, Jonathan Tah, Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Tom Bischof, Jamal Musiala, Nathaniel Brown, Lennart Karl und Aleksandar Pavlović.
Damit ist klar: Von einem generellen Ausschluss der Münchner kann keine Rede sein.
Vielmehr verfolgt Klopp einen deutlich breiteren Ansatz. Für die vier Begegnungen gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien hat er zwei unterschiedliche Kader zusammengestellt. Die ersten beiden Spiele bestreitet eine 24-köpfige Gruppe, anschließend stoßen weitere 20 Spieler hinzu. Klopp möchte dadurch zahlreiche Akteure beobachten und gleichzeitig die Belastung während der langen Länderspielphase steuern.
Besonders interessant ist seine Einschätzung zu Joshua Kimmich. Der Bayern-Kapitän gehört weiterhin zum DFB-Aufgebot. Klopp erklärte laut FC Bayern, dass er von Kimmich erwarte, das abzurufen, was er auch bei Bayern regelmäßig zeige. Zudem sieht der Bundestrainer den 31-Jährigen ausdrücklich als Mittelfeldspieler.
Auch Jamal Musiala und Serge Gnabry spielen in Klopps Plan eine besondere Rolle. Beide sollen über die gesamte zweiwöchige Phase beim Nationalteam bleiben, um nach ihren Verletzungen wieder Rhythmus aufzubauen. Ihre Einsatzzeiten sollen dabei individuell abgestimmt werden.
Kompany und Klopp im Austausch
Auch Vincent Kompany steht im Mittelpunkt der neuen DFB-Ära. Besonders bemerkenswert: Bei Tom Bischof wurde laut FC Bayern sogar mit Kompany abgestimmt, wie dessen Einsatz zwischen U21, A-Nationalmannschaft und Verein organisiert wird.
Kompany selbst äußerte sich positiv zur Nominierung seiner Spieler. Besonders bei Jonas Urbig sieht der Bayern-Trainer langfristiges Potenzial. Er sagte, Urbig könne irgendwann Deutschlands Nummer eins werden, betonte aber gleichzeitig, dass die endgültige Entscheidung beim Bundestrainer liege.
Auch bei Nathaniel Brown gab es bereits einen humorvollen Austausch zwischen Klopp und Kompany. Klopp scherzte laut einem Bericht darüber, dass Brown endlich wieder ein deutscher Linksverteidiger sei und bei Bayern trotzdem auf der Zehnerposition eingesetzt werde. Kompany nahm den Spruch demnach gelassen auf.
Die Fakten zeichnen somit ein deutlich anderes Bild als die provokante Schlagzeile. Klopp setzt keineswegs auf einen Bayern-Boykott. Im Gegenteil: Die hohe Zahl nominierter Münchner zeigt, dass der neue Bundestrainer weiterhin auf wichtige Spieler des deutschen Rekordmeisters setzt.
Die eigentliche Spannung liegt daher weniger in einem angeblichen Ausschluss der Bayern-Stars als in der Frage, wie stark Klopp die Mannschaft verändern und welche Rollen Kimmich, Musiala, Gnabry, Tah, Urbig und die jungen Bayern-Talente künftig übernehmen werden. Die ersten Antworten darauf dürfte es bereits in den kommenden Nations-League-Spielen geben.
