Spektakuläre Wende bei Gladbach! Nur wenige Wochen nach seiner Entlassung könnte Gerardo Seoane zurückkehren. Die Vereinsführung denkt offenbar über eine Wiedereinstellung des Schweizers nach – ein Schritt, der seltene Demut im schnelllebigen Bundesliga-Geschäft zeigen würde. Fans und Spieler… stehen vor einem Rätsel, das es in dieser Form am Niederrhein noch nicht gegeben hat.
Was auf den ersten Blick wie ein Aprilscherz mitten in der Saison wirkt, nimmt hinter den Kulissen des Borussia-Parks offenbar immer konkretere Formen an. Nach Informationen aus dem Vereinsumfeld wird die Trennung von Seoane intern inzwischen von Teilen der Führungsebene als übereilt eingestuft. Die erhoffte Kehrtwende unter der neuen sportlichen Leitung ist ausgeblieben, das Team wirkt weiterhin verunsichert und der Druck im Abstiegskampf wächst von Spieltag zu Spieltag.
Eine solche Rolle rückwärts wäre ein Novum für Borussia Mönchengladbach und eine spürbare Zäsur im modernen Fußball. Normalerweise gilt in der Bundesliga das Gesetz des schnellen Erfolgs: Ein Trainer wird entlassen, die Verantwortlichen blicken nach vorne und suchen nach unverbrauchten Gesichtspunkten. Das Zugestehen eigener Fehlentscheidungen gehört selten zum Repertoire von Sportdirektoren und Vorständen. Sollte Roland Virkus diesen Schritt tatsächlich wagen, bewiese die Clubführung enorme Einsicht – setzte sich gleichzeitig aber auch dem Risiko aus, das Gesicht komplett zu verlieren, falls das Experiment erneut scheitert.
Innerhalb der Mannschaft stößt das Gedankenspiel auf gemischte Reaktionen, doch vor allem die Führungsspieler sollen eine Rückkehr des Schweizer Taktikers befürworten. Unter Seoane war die Kabine intakt; das Problem lag selten an mangelndem Rückhalt im Kader, sondern an fehlenden Ergebnissen im entscheidenden Drittel. “Wir haben Gerardo als Fachmann und Menschen extrem geschätzt”, hieß es zuletzt aus Spielerkreisen.
Bei den Anhängern hingegen herrscht gespaltene Stimmung. Während die einen die verpasste Kontinuität beklagen und in Seoane nach wie vor den richtigen Mann für einen nachhaltigen Neuaufbau sehen, werten andere die Überlegungen als Zeichen absoluter Orientierungslosigkeit in den Teppichetagen.
Klar ist: Sollte Gerardo Seoane tatsächlich auf die Trainerbank der Fohlenelf zurückkehren, stünde er von der ersten Minute an unter immenser Beobachtung. Zeit für Eingewöhnung bliebe keine. Es wäre ein hochgefährliches Pokerspiel – aber womöglich die letzte Patrone in einer völlig verkorksten Saison.